Abfall schmeckt!

Die FÖJ-Seminargruppe der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt verbrachte ihr zweites Seminar in der Woche vom 30.11.-04.12.2015 auf dem CVJM Jugendschiff in Dresden. Unter dem Thema „Konsum“ behandelten sie sehr intensiv alternative, konsumgesellschaftsfremde Lebensweisen. Zum einen veranstalteten sie eine Tauschbörse, gingen für einen Tauschhandel begonnen mit einer Büroklammer auf die Straße und hatten einen besonderen Gast namens Bodhi Neiser, welcher geldfrei lebt und einen Vormittag zum geldfreien Leben für uns gestaltete. Highlight war jedoch der Donnerstag Abend, an dem gekocht werden sollte. Doch mit welchen Lebensmitteln? Beim Thema Konsum ist die Problematik der Wegwerfgesellschaft nicht fern. Also fragten wir uns, was wir dagegen machen können und entschlossen uns, Essen zu essen, was Supermärkte und andere Läden wegschmeißen, weil es nicht mehr „gut“ aussieht, bzw. das MDH abgelaufen ist. Freundliche Spender solcher Lebensmittel waren zum einen das Vorwerk Podemus, zum anderen die Tafel. Die Tafel holt Lebensmittel von kooperierenden Supermärkten ab, die andernfalls auf dem Müll landen würden. Was viele nicht wissen: selbst die Tafel hat einen immensen Überschuss an Lebensmitteln und ist froh über Abnehmer. Deswegen konnten wir auch ohne große Bedenken, den bedürftigen Menschen etwas „wegessen“, uns Lebensmittel zum Kochen aussuchen. Was uns erschrak: fast alle Lebensmittel sahen noch richtig gut aus! Nur einige wenige Schrammen und kleine braune Flecken waren (auch nur teilweise) zu sehen. Für uns noch lange kein Grund Lebensmittel wegzuwerfen. Über die erschlagenden Mengen waren an Lebensmitteln waren wir erschrocken. Später erzählte uns der Vorstandsvorsitzende der Tafel Dresden, welcher ebenfalls geldfrei lebt, dass pro Woche alleine in Dresden 15 Tonnen an Lebensmitteln von den Supermärkten an die Dresdner Tafel abgegeben werden, welche angeblich nicht mehr zu verkaufen sind. Für uns unverständlich. Wir packten uns also Nahrung für eine Gemüsepfanne ein. Außerdem gab es einen herrlichen Salat, Süßkartoffelecken im Ofen, sogar etwas Wurst und Brot. Gemeinsam kochten wir selbst und verspeisten das Essen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Tafel auf dem Jugendschiff. Er erzählte uns weitere spannende Details zur Lebensmittelverschwendung und zur Suche der Tafel nach Ehrenamtlichen. Insgesamt eine sehr erschreckende, aber durchaus spannende Erfahrung. Ich werde auf jeden Fall mal bei der Tafel zum Helfen vorbeischauen! Vielleicht habt ihr ja Lust und Zeit, auch ein paar Abholfahrten für die Tafel zu erledigen.

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